Zehn Monate nach der Loveparade Katastrophe hat die zuständige Duisburger Staatsanwaltschaft schwere Fehler bei der Polizeiführung festgestellt. Die Gewerkschaft hat die neuen Anschuldigungen bereits zurückgewiesen. Am 24. Juli 2010 starben bei der Loveparade 21 Menschen, 500 weitere wurden bei der Massenpanik in Duisburg verletzt.
Die Frage nach der Schuld kann auch zehn Monate nach der Katastrophe nicht vollständig beantwortet werden. Noch immer versuchen die Ermittler, das Puzzle mit den Verantwortlichen zusammenzusetzen. Die Duisburger Staatsanwaltschaft rekonstruiert in einem 400 Seiten langen Bericht all das, was bei der Veranstaltung falsch lief. Im Fokus steht der Zeitpunkt, zu dem Tausende Menschen in den Tunnel drängen und schließlich die verheerende Panik ausbrach. Berichten zufolge standen den Menschenmassen an diesem Nadelöhr nur zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei gegenüber.
Zum Zeitpunkt, zu dem die Panik ausbrach, hat zudem ein Schichtwechsel stattgefunden, der vom Innenministerium angeordnet wurde. Schon im Vorfeld wurde dieser Wechsel als kritische Einsatzphase bezeichnet. Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen soll wenige Wochen vor der Loveparade angeordnet haben, dass die Einsatzzeit der zuständigen Polizisten auf maximal 12 Stunden vor Ort begrenzt wird. Dabei wurde die An- und Abreise der Einsatzkräfte eingerechnet.
An der Änderung des Einsatzbefehls soll es von Seiten der Polizei zu Kritik gekommen sein. So wurde darauf verwiesen, dass die Polizisten während des Wechsels nur eingeschränkt handlungsfähig seien. Zudem betonte die zuständige Polizei, dass der Einsatzort, der für die Ablösung vorgesehen war, nur schwer erreichbar sei. Die GdP hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und diesen widersprochen. Frank Richter, GdP-Vorsitzender, erklärte, dass der Schichtwechsel bei den Einsatzkräften nicht die Ursache der Katastrophe war.
Nach Angaben der Gewerkschaft wurde der Austausch der Einsatzkräfte vorgezogen und konnte 15.30 Uhr beendet werden. Die neuen Kräfte sollen zum Zeitpunkt der Massenpanik bereits zum Teil seit zwei Stunden am Einsatzort gewesen sein. Die GdP weist zudem weitere gravierende Vorwürfe zu massiven Kommunikationsproblemen zurück.